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Taufe des Herrn |
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Autor: Pfarrer Poschenrieder |
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Lk 3,15-16.21-22
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Gestern wurde vom Papst die Hl.
Pforte in Rom wieder geschlossen. Das Gnadenjahr 2000, das Jubeljahr ist
beendet. Mit dem heutigen Tag, der Taufe des Herrn, endet der
Weihnachtsfestkreis. Die vielen Feiertage sind vorbei. Jetzt beginnt der
Alltag wieder. Es muss diese Abwechslung von Fest- und Werktag geben. Mit der Taufe Jesu beginnt auch
etwas Neues. Mit jeder Taufe beginnt etwas Neues. Es beginnt neues
Leben: das Leben mit Gott. Die Taufe Jesu ist der Beginn seines öffentlichen
Wirkens, seiner Verkündigung. 3 Jahre hindurch wird Jesus durch das
Land ziehen, und dieses Wirken endet dann schließlich am Kreuz. Warum also tut Jesus das? Hat er das nötig? Nötig hat er es nicht. Aber Jesus will damit ganz einer von uns werden. Er stellt sich in die Reihe der Sünder und lässt sich taufen. Später wird man ihn einen Freund der Zöllner und Sünder nennen. Er hat mit ihnen Tischgemeinschaft und er stirbt schließlich am Kreuz. Er wird hingerichtet wie ein Verbrecher. Sie kreuzigen ihn in einer Reihe mit zwei Verbrechern, zwischen zwei Sündern. Jesus hat es zwar nicht nötig sich so zu erniedrigen, er tut es aber trotzdem: aus Liebe zu uns. Er zeigt uns damit, dass er die Schuld der Menschen, die Sünde der Welt auf sich nehmen will. Er wird sie stellvertretend sühnen durch seinen vollkommenen Gehorsam und durch seine vollkommene Liebe am Kreuz und uns dadurch retten und erlösen. Er wird so, wie Johannes sagt, wirklich zum Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Wir alle sind getauft. Unsere Taufe hat manches gemeinsam mit der Taufe Jesu. Jesus taucht ein in das Wasser des Jordan; auch unsere Taufe ist so ein eintauchen in das Wasser des Taufbrunnens, das symbolisch durch Übergießen geschieht. Wasser reinigt und schenkt Leben. Der Heilige Geist kam auf Jesus herab, auch uns beschenkt Jesus bei der Taufe mit dem Heiligen Geist der göttlichen Liebe. Und zuletzt sagt der Vater zu Jesus: Du bist mein geliebter Sohn; das sagt Gott auch in der Taufe zu uns. Gott nimmt uns liebend an als seine Kinder. Durch die Taufe sollen wir als neue Menschen leben. Wir sollen auch aus diesem Jubiläumsjahr als neue Menschen in die Welt hinaustreten. Unser Land hat wirklich eine Neuevangelisierung nötig. Diese Neuevangelisierung, die der Papst immer wieder sich wünscht und dazu aufruft, soll nicht nur wie bisher in kleinen Gruppe geschehen, soll nicht nur hier und dort ein wenig bemerkbar sein, diese Neuevangelisierung wünscht er sich im Großen. So mögen diese kleinen Aufbrüche sich ausbreiten. Wir sollen Multiplikatoren werden, die den Glauben weitergeben auch im Alltag. Der Papst fragt in seinem Abschlussschreiben zum heiligen Jahr: Hat das Jubiläum seinen Zweck erreicht? Es hat nur sein Ziel erreicht, wenn dieses Jahr einen neuen Dynamismus weckt. Der Papst sagt: „Wenn es um das Himmelreich geht, ist keine Zeit dafür, sich in Faulheit zu betten.“ Neuevangelisierung heißt, so wie Johannes der Täufer es machte, auf den zu zeigen, der uns erlöst hat, auf das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Ich möchte schließen mit den Worten, mit denen der hl. Vater sein Schreiben beschließt: „Uns begleitet auf diesem Weg die allerseligste Jungfrau Maria, der ich vor einigen Monaten zusammen mit vielen Bischöfen, die aus allen Teilen der Welt nach Rom gekommen waren, das dritte Jahrtausend anvertraut habe. Viele Male in diesen Jahren habe ich sie als »Stern der Neuevangelisierung« vorgestellt und angerufen. So weise ich wiederum auf sie hin als leuchtende Morgenröte und sicheren Leitstern auf unserem Weg. »Frau, siehe deine Söhne und Töchter«, wiederhole ich im Anklang an Jesu eigene Worte (vgl. Joh 19,26) und mache mich bei ihr zur Stimme der kindlichen Liebe der ganzen Kirche. Liebe Brüder und Schwestern! Das Symbol der Heiligen Pforte schließt sich hinter uns, um aber die lebendige Pforte, die Christus ist, weiter geöffnet zu lassen denn je. Nach der Begeisterung des Jubiläums kehren wir in keinen grauen Alltag zurück. Im Gegenteil, wenn unser Pilgerweg echt war, hat er unsere Beine gleichsam gelockert für den Weg, der auf uns wartet. Wir müssen den Schwung des Apostels Paulus nachahmen: »Ich strecke mich nach dem aus, was vor mir ist. Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt« (Phil 3,13-14). Zugleich müssen wir betrachten, wie es Maria getan hat, als sie von der Wallfahrt in die heilige Stadt Jerusalem nach Nazaret zurückkehrte und in ihrem Herzen über das Geheimnis des Sohnes nachdachte (vgl. Lk 2,51). Sie bewahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen. Amen. |