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Hochzeit zu Kana

Autor: Pfarrer Poschenrieder

Evangelium: Joh 2,1-11

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Jeder von ihnen ist wahrscheinlich schon einmal bei einer Hochzeit eingeladen gewesen. Da geht es sehr fröhlich zu. Das Brautpaar beginnt den gemeinsamen Lebensweg. Das wird kräftig gefeiert. Wie ist es da oft bei so einem Fest? Ich denke zurück, es kann die schönste Feier verdorben sein, wenn sich einige der Gäste nicht mehr im Griff haben, wenn sie weit über den Durst trinken, wenn es nicht mehr lustig, sondern niveaulos, ja abfällig wird. Wenn man nicht mehr lachen kann, sondern einem die Schamröte ins Gesicht steigt., mag das bis zu einem gewissen Grad vielleicht ganz amüsant sein, aber die Schwelle ist schnell erreicht, wo es peinlich wird, wo man sich lieber verabschieden würde.
Der Alkohol wird gefährlich, wenn der Mensch nicht weiß, wo die Grenze ist. Hier wird es tragisch. Dann kommt sogar oft Leid. Ja, großes Leid kann durch Alkohol kommen. Da ist Freude und Tragödie eng beieinander. Das kann alle Stände erfassen. Keiner ist davor gefeit. Das ist bei Priestern schlimm für die Kirche. Ein Priester mit Alkoholproblemen kann viel Schaden anrichten. Das ist bei einer Familie, bei einem Ehemann schlimm für eine Frau und die Kinder. Ich weiß von Frauen, die geschlagen wurden, die drangsaliert wurden von ihren besoffenen Männern, die das heroisch ausgehalten haben, bis ihr Mann an Leberkrebs gestorben ist. Diese Frauen verdienten sich den Himmel hier auf Erden. Aber auch einmalige Ausrutscher können schlimme Folgen haben, wenn man z.B. alkoholisiert einen schweren Autounfall verursacht. u.s.w.

Und jetzt meine Frage: Gibt es kein sinnvolleres Wunder für Jesus als 600 Liter Wasser in Wein zu verwandeln? Warum diese unvorstellbare Menge? Auch wenn so orientalische Hochzeiten bis zu einer Woche dauerten, sind 600 Liter nicht auszutrinken, wenn es nicht zu Massenalkoholleichen kommen soll. Hat also Jesus nichts Wichtigeres zu tun, als die Unmäßigkeit der Hochzeitsgäste zu unterstützen? Noch dazu war dies sein erstes Wunder! Was beabsichtigt Jesus mit diesem Wunder? Es geht ihm ja nicht einfach darum, Eindruck zu machen.
1. Die Menge, die Fülle des Weines deutet vielleicht gerade doch darauf hin, dass Gott alles in Fülle schenkt, wenn wir ihn darum bitten.
2. Jesus sieht die Not des Brautpaares und bewahrt es vor einer Blamage. Es ist nicht vorstellbar, dass bei einer Hochzeit die Gastgeber hätten sagen müssen: „Wir haben keinen Wein mehr.“ Jesus handelt aus Mitleid.
3. Jesus weist mit diesem Wunder, das auf die Fürbitte Mariens geschieht, bereits hin, wer Maria ist und welchen Stellenwert sie im Heilsplan Gottes einnimmt. Sie steht im Hintergrund. Sie ist die stille Frau, die nicht auffällt und doch ist sie die wichtige Person, denn Jesus wirkt auf Wunsch seiner Mutter das Wunder, obwohl seine Stunde noch nicht gekommen ist. Maria ändert, könnte man fast sagen, den Plan Jesu. Die Liebe des Sohnes zu seiner Mutter lässt Jesus anders handeln, wie vorgesehen.

Maria hat beobachtet und gemerkt, in welcher Not das Brautpaar ist.
Handeln wir so wie Maria. Gehen wir mit offenen Augen durch die Welt. Auch unsere Aufgabe als Christen ist zu helfen und im Gebet die Not anderer vor Gott zu tragen. „Sie haben keinen Wein mehr.“ Hinter diesem Satz steckt eine flehentliche Bitte. „Tut alles was er euch sagt.“ Hinter diesem Satz steckt ein fester unerschütterlicher Glaube an den Sohn Gottes. Einer hat einmal gefragt, ob denn die Hochzeitsgäste diese Unmenge von Wein je hätten austrinken können? Wir können diesem antworten: Nein, es blieb in der Tat noch sehr viel übrig. So viel, dass wir noch heute davon trinken. Er symbolisiert die Gnadenquellen Gottes, die im überreichen Maß jeden Tag fließen.

Jesus zeigt auch, dass er kein Feind der Freude ist. Alle Wunder Jesu haben den Zweck die Menschen wieder froh und glücklich zu machen, ihre Tränen zu trocknen, ihre Schmerzen zu lindern, ihre Sorgen wegzunehmen und auf ihn hinzuweisen, der vom Vater gesandt ist, der Macht über die Materie hat. Die Wunder sind Zeichen und Hilfen an den Sohn Gottes zu glauben, der gekommen ist, uns von den Sünden zu erlösen. Es ist dies alles Vorbereitung den Glauben zu erleichtern, dass er auch den Tod besiegen kann durch seine Auferstehung.
So weist das erste Wunder bereits hin auf diese Allmacht des Gottessohnes, um den Glauben an ihn zu stärken und zu festigen. Er ist der Messias, der auf die Welt gekommen ist, um die Menschheit zu retten. Amen.

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