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Der reiche Prasser

Autor: Pfarrer Poschenrieder

Evangelium: Lk 16,19-31

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Was ist nach dem Tod? Gibt es ein Weiterleben nach dem Tod? Ist alles aus? Oder werden wir in Ewigkeit wiedergeboren? Die Fragen nach dem Jenseits sind immer aktuell. Sie beschäftigen den Menschen. Wir möchten so gerne eine sichere Antwort, denn der Mensch ist neugierig. Darum ist auch das Pendeln, das Tischchenrücken, das Geisterbeschwören immer interessant. Ganz modern sind auch die Sterne, die Astrologie, wo Menschen im Radio anrufen und dann eine Antwort kriegen, wie sie sich verhalten sollen. Der Aberglaube kommt mit riesigen Schritten zurück, wo der Glaube an Gott über Bord geschmissen wird.
Schauen wir doch in die hl. Schrift. Was sagt uns Jesus? Er ist doch vom Jenseits ins Diesseits gekommen, um uns zu berichten, um es uns zu offenbaren.
Gerade in diesem Gleichnis vom reichen Prasser und vom armen Lazarus, das wir im Evangelium gehört haben, sagt uns Jesus etwas darüber.
Dieses Gleichnis drückt drei ewige Wahrheiten aus.

Das Erste ist die Tatsache: Es gibt ein Jenseits. Wir leben nur einmal auf dieser Welt und treten dann in die Ewigkeit ein. Es war mit dem Tod nicht alles aus, weder für Lazarus noch für den reichen Prasser. Es ist also nicht eine Rückkehr ins Nichts, oder eine Wiedergeburt, wie im Buddhismus oder im Hinduismus, sondern es wird ein Weiterleben sein und zwar in Gemeinschaft. Nach dem Tod ist es nicht einsam, sondern Lazarus war bei Abraham. So werden wir im Himmel mit vielen in Gemeinschaft leben, wenn auch in einer anderen neuen Welt.

Das Zweite ist die ausgleichende Gerechtigkeit. Das tiefste Sehnen eines jeden Menschenherzen wird erfüllt. Gott ist ein gerechter Gott, der den ewigen Ausgleich will und schafft.
Die Menschen fragen nach Gerechtigkeit in diesem Leben und stellen fest. So oft siegt das Unrecht und das Recht unterliegt. Bzw. der Mensch kann die Gerechtigkeit nicht herstellen. Ich denke an den schrecklichen Terror. Der Mensch will Gerechtigkeit und ist machtlos. Vielleicht sterben wieder unschuldige Menschen. Das kann doch nicht die Gerechtigkeit sein.
Das Gleichnis sagt uns, dass die Gerechtigkeit in der Endzeit siegt. Es siegt Gottes Gerechtigkeit, die vollkommen ist.
Wir dürfen aber die Botschaft des Evangeliums nicht so verstehen, als ob Gott zwar die Guten belohnt, aber gleichsam auch Freude daran hat, die Bösen zu bestrafen. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. Gott kann sich aber niemanden aufdrängen, der die Barmherzigkeit Gottes ablehnt. Das ist das Geheimnis der Freiheit des Menschen.

Die dritte Tatsache ist die, dass das Jenseits sehr verschieden für die einzelnen ist, so verschieden wie Himmel und Hölle. Das hängt vom Leben eines jeden Menschen im Diesseits ab. Es gibt einen Himmel, wo ewiger Trost ist. Es gibt eine Hölle, wo man ewig leiden muss. Dazwischen, sagt uns das Gleichnis, ist ein unüberwindlicher Abgrund, eine große Kluft. Es gibt kein Hinüber und kein Herüber, aber auch kein Zurück mehr ins Diesseits, um es vielleicht noch einmal besser zu machen. Verständlich, dass es Menschen gibt, denen diese Tatsachen, diese Wahrheiten unbequem sind und die sich dagegen auflehnen und protestieren.
Ein bisschen erschreckend ist die Antwort Abrahams auf die Bitte des reichen Prassers, doch wenigstens seine Brüder warnen zu dürfen. „Sie haben Mose und die Propheten.“ Wenn sie auf die nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Eines wollen wir noch bedenken. Der Reiche kam nicht deshalb in die Hölle, weil er reich war, sondern weil er kein Auge hatte für die Nöte des vor seiner Tür liegenden Lazarus. Möge Gott uns nicht blind machen für die Nöte, für die Armut unseres Nächsten. Diese Armut ist oft nicht die Armut des Geldes, sondern die Armut im Glauben. Wie viele haben den Glauben verloren? Schenken wir durch unser Vorbild im Glauben diesen Leuten etwas von der Wahrheit des Glaubens und von der Freude unseres Glaubens. Amen.

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