| Evangelium: Lukas 14,25-33
Liebe Brüder
und Schwestern im Herrn!
Sie erinnern sich, es kommt im
Evangelium dreimal der Halbsatz vor: „Der kann nicht mein Jünger
sein.“
1. Wer nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet, der kann nicht mein Jünger
sein.
2. Wer nicht sein Kreuz trägt, der kann nicht mein Jünger sein.
3. Wer nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, d.h. alles verlässt,
der kann nicht mein Jünger sein.
Ich möchte dieser Schriftstelle die Überschrift geben: Die dreimalige
Eifersucht Gottes. Gott ist eifersüchtig, wenn wir ihm nicht unsere
ganze Liebe schenken, wenn wir anderes für wichtiger halten, dann können
wir nicht seine Jünger sein.
1. Auf den ganzen Besitz verzichten, d.h. wenn wir das Materielle
wichtiger halten.
2. Nicht unser Kreuz tragen wollen, d.h. wenn wir uns selber mehr lieben
als Gott.
1. Nicht Vater und Mutter verlassen, d.h. wenn wir den Nächsten mehr
lieben als Gott.
1. Wer nicht auf seinen ganzen
Besitz verzichtet, der kann nicht sein Jünger sein. Wie viele Leute
gibt es in der heutigen Zeit, die sich in das Geld und in den Besitz
verlieben? Wir leben in der westlichen Wohlstandsgesellschaft. Diese ist
sehr verlockend und es steckt eine große Gefahr im Konsumdenken. Wir
„hackeln“ und arbeiten, um Geld zu verdienen, um ein schönes Leben
zu haben, damit es uns gut geht, damit wir uns etwas leisten können,
ein schönes zu Hause, einen schönen Urlaub, u.s.w. und wer denkt an
Gott? Wer nimmt sich Zeit für die Sonntagsmesse, für das tägliche
Gebet, für ein Morgengebet, für ein Tischgebet? Es werden immer
weniger. Wenn wir die materiellen Dinge mehr lieben als Gott, wird er
eifersüchtig! Er will, dass wir ihn aus ganzem Herzen lieben. Zuerst
kommt Gott. Er ist der Wichtigste, das andere ist zweitrangig. Geld
macht nicht wirklich glücklich. Wir sind erst glücklich, wenn wir Gott
an die erste Stelle unseres Lebens setzen.
2. Wer nicht sein Kreuz trägt,
der kann nicht mein Jünger sein. Das ist letztendlich auch eine
Fehlform der Liebe. Wenn jemand das Kreuz nicht annimmt, dann deshalb
weil er sich selbst zu stark liebt. Das Kreuz sollen wir aus Liebe zu
Gott tragen. Die Eigenliebe wird größer als die Gottesliebe, wenn wir
hier ausweichen und die Kreuze von uns stoßen. Es gibt Leute, die können
nur schwer Opfer bringen für andere. Diese Leute schauen nur auf sich.
In jedem Menschen ist natürlich ein Stück Egoismus und jeder Mensch möchte
das Kreuz gerne meiden, aber ganz aus der Welt schaffen, das werden wir
nicht können. So manche Kreuze werden bleiben und die sollen wir
tragen. Wenn wir hier ausweichen, dann ist die Eigenliebe größer als
die Gottesliebe. Jesus hat uns das Kreuz vorangetragen. Er wünscht sich
Kreuzträger. Er stirbt am Kreuz für die Sünder. Das war sein Kreuz.
Unser Kreuz schaut oft ganz anders aus. Aber wir müssen es ihm
nachtragen und nicht nur auf unsere Eigenliebe so sehr schauen.
Kreuztragen ist schwer und kostet Opfer, aber: Was nichts kostet, ist
nichts Wert. Wenn wir daher uns selber mehr lieben und das Kreuz von uns
werfen, wenn die Eigenliebe so groß ist, dass wir nicht fähig sind,
etwas unangenehmes einmal auf uns zu nehmen, wird Gott eifersüchtig,
dann lieben wir uns selber mehr als Gott, dann ist die Eigenliebe größer
als die Gottesliebe. Das ist die zweite Fehlform.
3. Wer nicht Vater und Mutter,
Frau und Kinder, alles verläßt, der kann nicht mein Jünger sein.
Ja, auch die Nächstenliebe kann falsch gewichtet sein. Wenn wir den Nächsten
mehr lieben als Gott, wird er ebenfalls eifersüchtig.
Wie ist das bei der menschlichen Eifersucht? Die Eifersucht hat etwas
mit falscher Liebe zu tun hat. Eifersucht kommt daher, wenn wir spüren,
dass der Andere die Liebe, die wir ihm schenken, nicht erwidert, sondern
anderen schenkt. Wir möchten, dass er uns seine Liebe schenkt. Wir
haben doch ein Recht darauf. Die Eifersucht möchte die Liebe des
Geliebten ausschließlich für sich.
Es gibt beim Menschen eine berechtigte Eifersucht und eine unberechtigte
Eifersucht. Denken sie an die Ehe. Eine Frau ist z.B. eifersüchtig,
weil sie meint, ihr Mann liebt eine Andere (kann natürlich auch
umgekehrt sein). Liebt der Mann diese Frau wirklich mehr, ist die
Eifersucht der Gattin berechtigt. Ist aber nichts dahinter, ist die
Eifersucht erdrückend.
Wenn Gott eifersüchtig ist, ist immer etwas dahinter, denn er weiß wie
wir lieben. Er kennt uns durch und durch. Und wenn wir uns in einer
dieser Fehlformen befinden, wird er eifersüchtig, denn er liebt uns
ganz und er möchte, dass wir ihm diese Liebe auch zurückschenken. Er
hat uns so stark geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gesandt hat, der
aus Liebe zu uns gestorben ist. Gibt es eine größere Liebe, als wenn
einer sein Leben für den anderen gibt? Wie oft ist es vorgekommen, dass
Gott berechtigter Weise eifersüchtig wurde. Wenn wir jemand an die
Stelle Gottes geben und ihn so lieben, wie nur Gott geliebt werden darf,
dann wird dieser zum Götzen, dann werden wir plötzlich zum Tänzer um
das goldene Kalb und dann ist Gott eifersüchtig.
Ich wiederhole noch einmal. Es gibt drei Formen von falscher Liebe.
Wenn wir die Liebe zum Geld, zum Besitz über die Liebe Gottes stellen.
Wenn die Eigenliebe größer ist als die Gottesliebe.
Und wenn wir die Liebe zum Nächsten höher einstufen als die
Gottesliebe, das kann zum Beispiel der Ehepartner sein.
Immer dann ist Gott berechtigterweise eifersüchtig, denn Gott hat das
Recht zuerst geliebt zu werden, aus ganzem Herzen, mit all unseren Kräften.
Gott hat das Recht auf diese Liebe, denn er hat uns zuerst geliebt, er
hat uns aus Liebe erschaffen. Wir können das letztendlich gar nicht gut
machen mit unseren menschlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten, was
Gott uns alles geschenkt hat. Gott kannst du nie genug lieben. Du kannst
dich nur immer wieder bemühen und Gott bitten, dass er Dir noch mehr
Liebe ins Herz schenkt, denn die Fähigkeit Gott zu lieben ist schon
Gnade. So wollen wir Gott um diese Gnade bitten, ihn zu lieben mit
meinem ganzen Herzen, dann sind wir seine Jünger. Amen. |