3. Fastensonntag i. Jahreskreis B |
Autor: Pfarrer Poschenrieder |
| Evangelium: Joh 2,13-25 Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Liebe Firmlinge, liebe Jungscharkinder! Ihr alle kennt Horoskope! Viele Menschen interessieren sich dafür und glauben sogar daran. In vielen Zeitschriften finden wir solche Prophezeiungen und so mancher liest sie interessiert, wenn er im Wartezimmer des Arztes nicht weiß, was er tun soll. Neugierig wollen wir wissen, was die Zukunft bringt. So mancher angebliche Prophet wurde aber schon sehr bald als Scharlatan überführt, weil seine Voraussage nicht eingetroffen ist. Einer auf dieser Welt hat sich nie geirrt, einer konnte alles voraussagen und bei einem ist alles eingetroffen, was er prophezeit hat. Oft und immer wieder hat Jesus vorausgesagt, was mit ihm passieren wird, was geschehen wird, was sich erfüllen wird, daß er, der Menschensohn, vieles zu erleiden hat, daß ihn Petrus verleugnen wird, daß ihn jemand verraten wird. Oft hat er auch seinen Tod angekündigt und daß er auferstehen werde. So hörten wir es letzten Sonntag. Ihr erinnert euch vielleicht, es war das Evangelium von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor. Als Jesus mit seinen engsten Freunden Petrus, Johannes und Jakobus den Berg wieder hinunterstieg, da verbot er den Jüngern irgendjemand etwas zu sagen, bis er von den Toten auferstanden sei. Damit konnten die Jünger nichts anfangen. Was ist das: von den Toten auferstehen. Auch heute spricht Jesus in verschleierter Form von seiner Auferstehung am 3. Tag. Daß er den Tempel in 3 Tagen wieder aufbauen wird. Doch die Leute verstanden diesen verborgenen Hinweis auf seine Auferstehung nicht. Auch die Jünger und seine Apostel wußten nicht, was er ihnen damit sagen wollte, bzw. sie wollten und konnten so manches einfach noch nicht verstehen und glauben. Erst nach der Auferstehung, da erhellte sich vieles, da wurde ihnen klar, was die 3 Tage zu bedeuten hatten. Es sind die 3 Tage, die Jesus im Grab liegt. Jesus meinte nämlich den Tempel seines Leibes. Den wird er nach 3 Tagen wieder herstellen. Wir dürfen also nicht zu klein, zu gering von
Jesus denken. Er ist der Gottmensch. Und in wuchtiger Weise tritt seine Majestät zu Tage,
sein göttliches Wissen, seine göttliche Macht. Die Juden spürten das auch immer wieder
in seinem Verhalten. Indem er Sünden vergibt, indem er Wunder wirkt, indem er sich über
das Sabbatgebot hinwegsetzt, indem er mit fremden, nicht jüdischen Frauen spricht und
besonders eben auch mit seinem Verhalten im Tempel. Wer hatte sich das schon einmal
erlaubt. Wer hatte den Mut oder aus der Sicht der Juden die "Frechheit", dies zu
tun. Wer darf das: Die Verkäufer, die Händler und Geldwechsler mit einer Geißel aus dem
Tempel treiben. Doch nur er, weil er der Sohn Gottes ist und weil es das Haus seines
Vaters ist. Liebe Brüder und Schwestern! Es muß wirklich etwas ganz schlimmes gewesen sein und von einem Gotteshaus nicht mehr viel zu erkennen gewesen sein, total verunstaltet, entfremdet. Im Tempel, in der Kirche verkaufen sie Tiere, im Gotteshaus machen sie ihre Geschäfte. Wird nicht auch heute so manches Gotteshaus mißbraucht für andere Zwecke? Der Tempel soll die Wohnung Gottes sein. Und nicht das Geld soll an die Stelle Gottes treten und das wichtigste für uns sein und werden. Das Geld wird zu einem Mammon werden, wenn es den ersten Platz im Leben bei einem Menschen einnimmt. Überlegen wir, ob das Geld nicht oft auch bei uns den Platz Gottes eingenommen hat? Also darum diese doch so scheinbar sehr
emotionale Reaktion Jesu im Tempel. Es darf nichts unreines im Tempel sein. Im
übertragenen Sinn will uns Jesu sagen, daß auch wir, die wir ein Tempel des heiligen
Geistes sein sollen, alles Unreine aus unserem Körper, aus unserer Seele, aus unserem
Tempel hinausbefördern sollen. Euer Leib sei der Tempel des Herrn! Was steht da
alles rum? Spielt bei vielen nicht auch das Geld eine große Rolle? Jesus wartet darauf, daß wir umkehren, besonders jetzt in der Fastenzeit, damit wir das größte Fest des Glaubens, seine Auferstehung mit reinem und frohen Herzen feiern können. Amen. |