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21. Sonntag i. Jahreskreis B

Autor: Pfarrer Poschenrieder

Evangelium: Joh 6,60-69

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ So begann der hl. Vater letzten Sonntag seine Predigt zum Abschluss des 15. Weltjugendtreffens in Rom, wo über 2 Millionen Jugendliche hinkamen. So etwas hat die Kirche noch nie erlebt. Es ist etwas unerklärliches, dass ein 80-jähriger Mann so eine Anziehungskraft hat und die Jugend so begeistern kann.
Herr, zu wem sollen wir gehen? so sprach Petrus am Ende der Eucharistierede Jesu, als dieser sie fragte: Wollt auch ihr gehen?
Die Leute haben die Botschaft Jesu nicht verstanden. Sie haben leider nichts kapiert. Jesus offenbart sich als das wahre Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Er gibt sich selbst uns zur Speise. Aber die Zuhörer sind dafür unempfänglich: „Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?“ Sie glauben, sie sind Leute mit gesundem Menschenverstand, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Darum glauben sie auch nicht den Worten: Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise. Sie schütteln deshalb den Kopf und gehen nacheinander murrend weg. Die Volksmenge des Anfangs schrumpft gleich zusammen. Schließlich bleibt nur noch die winzige Gruppe der treuesten Jünger übrig. Doch wenn es um das „Brot des Lebens“ geht, ist Jesus nicht bereit nachzugeben, kann er gar nicht nachgeben. Es geht um die Wahrheit, die er verkünden muß. Jesus läßt sich dadurch nicht erschüttern und wird nicht unsicher. Er riskiert sogar, daß er die Menschen, die ihm am nächsten stehen, verliert: „Wollt auch ihr weggehen?“ Ich zwinge keinen bei mir zu bleiben, doch ich bleibe dabei. Ich möchte euch mein Fleisch zu essen geben. Das müßt ihr glauben. Es soll eine Stärkung für euch sein. Wer dieses Brot ißt, wird in Ewigkeit leben! Meine Priester werden die hl. Messe feiern und euch meinen Leib reichen.
Die Frage: Wollt auch ihr gehen? wurde die Jahrhunderte hindurch bis in unsere Zeit immer wieder gestellt. Sie berührt uns persönlich und ruft jeden zur Entscheidung auf. Auch uns fragt Jesus: Willst auch du gehen? Viele gehen! Immer mehr gehen und treten aus der Kirche aus. Jesus hindert sie nicht. Die Menschen sind frei. Gott hat uns die Freiheit geschenkt, weil wir nur in Freiheit ihn lieben können. Diese Freiheit enthält die Möglichkeit sich gegen Gott zu entscheiden. Diese Freiheit enthält aber auch die Möglichkeit sich für Gott zu entscheiden! Und bei jeder bewußten Entscheidung für Gott, da herrscht im Himmel eine unaussprechliche Freude.
Der hl. Vater hat die Jugendlichen auch so gefragt: Und ihr? Geht ihr auch! Aber dann hat er die Antwort gegeben. Ihr, liebe Jugendliche, seid heute hier, weil ihr mit den Worten des Apostel Petrus sagt: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ 2 Millionen Jugendliche haben sich aufgemacht, Jesus Christus zu suchen und seine Worte des ewigen Lebens zu hören.

Um uns herum werden viele Worte gemacht, aber Christus allein hat Worte, die für die Ewigkeit bleiben. Und immer wird unter den vielen Fragen die eine entscheidende bleiben. Zu wem sollen wir gehen? Wem sollen wir folgen. Wem sollen wir unser Leben anvertrauen?
Und dann sagt der Papst etwas sehr wichtiges.
Was im Leben wirklich zählt, ist die Person, mit der man sich entschließt, das Leben zu teilen. Doch Vorsicht! Jede menschliche Person hat unweigerlich ihre Grenzen: auch in der glücklichsten Ehe muß man ein gewisses Maß an Enttäuschung einkalkulieren. Also, liebe Freunde! Ist das nicht die Bestätigung dessen, was wir vom Apostel Petrus gehört haben? Früher oder später ruft jeder Mensch mit ihm aus: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“. Jesus von Nazaret, Gottes und Mariens Sohn, das ewige Wort des Vaters, geboren vor zweitausend Jahren zu Betlehem, er allein kann die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens stillen. Er wird uns nie enttäuschen, wenn wir uns ihm ganz anvertrauen.
In der Frage des Petrus: „Zu wem sollen wir gehen?“ liegt schon die Antwort über den Weg, den wir zurücklegen müssen. Es ist der Weg, der zu Christus führt. Der Papst sagte: „Der göttliche Meister ist persönlich erreichbar: Denn er ist gegenwärtig auf dem Altar in der Wirklichkeit seines Leibes und Blutes. Im eucharistischen Opfer können wir auf geheimnisvolle aber wirkliche Weise mit seiner Person in Kontakt treten und so zur unausschöpflichen Quelle seines Lebens als Auferstandener gelangen.“
Jesus will uns aufmerksam machen auf die Wichtigkeit dieses Sakramentes. Wenn wir die heilige Messe besuchen, gehen wir zu Christus. Hier finden wir Jesus im Brot, das vom Himmel gekommen ist. Der Papst sagt: Jesus mag keine Halbheiten. Er verlangt von uns Treue. Er will, dass wir die Eucharistie zur Mitte unseres Lebens machen. Liebt sie, verehrt sie, feiert sie besonders am Sonntag.
Jesus zögert nicht, uns die bohrende Frage zu stellen: „Wollt auch ihr weggehen?“ Mit Petrus wollen auch wir vor Christus, dem Brot des Lebens, heute wiederholen: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Amen.

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