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20. Sonntag i. Jahreskreis B

Autor: Pfarrer Poschenrieder

Evangelium: Joh 6,51-58

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Ich möchte ihnen als Einstieg zwei Katechismusfragen stellen:

1. Was ist die hl. Kommunion?
2. Was sind die Bedingungen für den würdigen Empfang der hl. Kommunion?

1. Kommunion kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Vereinigung. Eine tiefere und mächtigere Vereinigung zwischen Gott und Mensch hier auf Erden ist nicht denkbar.

2. Die Bedingung für einen würdigen Empfang der Kommunion ist erstens das Freisein von schwerer Sünde. Zweitens muß ich die rechte Absicht haben. Ich darf nicht zur Kommunion gehen nur mit der Absicht gesehen zu werden. Und drittens ist die Nüchternheit eine Stunde vor Empfang der Kommunion immer noch aufrecht, auch wenn keiner mehr davon spricht.
Wenn ich so manche sehe, die zur Kommunion vorkommen, wie ehrfurchtslos ihr Verhalten ist, zweifle ich daran, ob die wissen, was oder besser, wen sie soeben empfangen. Im Weggehen nimmt man das Brot und steckt es in den Mund, schaut ganz woanders hin und wenn noch Teile auf der Hand zurückbleiben, wirft man sie auf den Boden, als ob es wirklich nur Brotkrümel wären!?! Ob solche Leute schon mal den soeben gehörten Text gelesen haben?
Der heutige Text aus dem Johannesevangelium gehört zu den provozierendsten Texten. Die Eucharistierede Jesu wird zur Folge haben, dass sich viele Menschen von Jesus trennen. Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Das gibt es doch nicht! Der Streit unter den Juden und die Reaktionen, das Weggehen, das Verlassen Jesu, beweisen, daß die Juden die Aussage Jesu wörtlich aufgefaßt haben. Das kann er unmöglich ernst meinen. Alle heutigen Versuche diese Worte symbolisch aufzufassen schlagen also fehl. Jesus sagt eben nicht: Das Brot, das ich euch geben werde, ist ein Symbol meines Fleisches, ist ein Zeichen für mich. Da sollt ihr an mich denken und dadurch bin ich euch nahe. Das wäre für die Juden annehmbar gewesen. Das ist auch für viele von uns annehmbar. Wenn wir das Brot brechen, dann ist uns Jesus nahe, dann denken wir an Jesus. Wie oft versuchen auch Priester so dieses Geheimnis abzuschwächen und glauben, daß es dadurch annehmbarer wird, leichter zu glauben wird. Aber ist es auch die Wahrheit?
Liebe Brüder und Schwestern! Das ist viel zu wenig. Dann hätten die Juden nicht streiten brauchen. Dann wäre das für sie akzeptierbar gewesen. Dann hätten sie nicht Anstoß daran genommen, sich aufgeregt, gemurrt. Wir wissen, was diese Rede ausgelöst hat. Sie sagten zueinander: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? Und viele Jünger trennten sich von Jesus.
Was war die Reaktion Jesu? Wie viele von uns wären umgefallen und hätten gesagt: Das habe ich nicht so gemeint. Ihr habt mich falsch verstanden! Bleibt doch hier.
Nein, Jesus bleibt dabei. Pastoral unklug, würde man heute sagen.
Wenn es aber um die Wahrheit geht, darf man keinen Millimeter davon abweichen. Jesus verschärft die Situation sogar noch. Vielleicht haben ihm manche von seinen Aposteln Vorwürfe gemacht. Sicherlich waren sie enttäuscht, daß Jesus nicht ankommt mit seiner Botschaft, daß sie Anhänger verlieren.
Was sagt Jesus? Er fragt sie: Wollt auch ihr gehen? Ihr könnt gehen, wenn ihr es nicht glaubt! Wer dies nicht glaubt, ist nicht katholisch. Und zu dem sagt Jesus auch heute: Willst auch du gehen? Keiner wird gezwungen, zu bleiben. Wer aber bleibt, muß seinen Glauben bekennen. Ich kann mir nicht die Rosinen des katholischen Glaubens herauspicken. Ich muß alles annehmen. Der katholische Glaube ist kein Supermarkt, wo ich durchgehe und mir das, was mir gefällt mitnehme.
Jeder Mensch wählt gern aus! Niemand nimmt das Ganze! Hier aber liegt die Kraft des katholischen Glaubens! Unser Glaube ist der Glaube des Alles oder Nichts, können wir sagen. Man kann nicht ein bißchen katholisch sein. Ich kann nicht 5 Dogmen annehmen und 3 Dogmen ablehnen. Wenn du eines ablehnst, bricht am Ende alles in Stücke.
Weil es also bei dieser Frage der Eucharistie um etwas ganz wichtiges geht, um etwas ganz entscheidendes, gibt Jesus nicht nach. Es ist wirklich sein Fleisch, sein Blut, das er uns schenken will. Bei jeder hl. Messe opfert er sich auf´s Neue. Im Hinblick auf seinen Tod am Kreuz, wo er sein Leben hingibt für uns, wo er sich uns schenkt, erklärt er ihnen, was bei der hl. Messe, die seine Priester feiern werden, geschieht. Er wird gegenwärtig. Er ist da. Wer dieses Brot ißt, wird mit ihm leben in Ewigkeit.
Das ist die Botschaft des heutigen Evangeliums. Dreimal wiederholt es Jesus. Dies ist ein Hinweis, wie wichtig diese Aussage für ihn ist. Vor der Kommunion spricht es der Priester manchmal. Wer von diesem Brot ist, wird in Ewigkeit leben. Amen.

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