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Kindermette 2000

Autor: Pfarrer Poschenrieder

Liebe Kinder, liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Ein kleiner Junge kommt weinend zu seinem Großvater ins Zimmer gestürzt. Große Tränen rollen ihm über die Wangen, und er klagt: „Mein Freund hat mich ganz und gar verlassen. Er ist sehr ungerecht und sehr unschön zu mir.“ „Ja, kannst du mir das nicht näher erklären?“ fragt der Großvater. „Ja“, antwortet der Kleine. „Wir haben Verstecken gespielt, und ich habe mich so gut versteckt, daß der andere mich nicht finden konnte. Aber da hat er einfach aufgehört, mich zu suchen, und er ist weggegangen. Ist das nicht unschön?“ Das schönste Versteck hat seine Schönheit verloren, weil der andere das Spiel abbricht. Nun streichelt ihm der Großvater über den Kopf, es treten ihm selbst die Tränen in die Augen, und er sagt: „Ja das ist gewiß sehr unschön. Und siehst du: Mit Gott ist es genauso. Er hat sich versteckt, und wir schauen nicht nach ihm. Denk dir nur: Gott verbirgt sich, und wir Menschen suchen ihn nicht einmal.“
Liebe Kinder! In dieser Geschichte wird schön das Weihnachsgeheimnis deutlich. Gott möchte sich finden lassen. Er möchte sich von dir, von jedem von euch finden lassen. Macht euch auf und sucht ihn. Er hat sich auch in gewisser Weise versteckt, aber es gibt Zeichen, ihn zu finden. Er gibt uns Hilfen. Wenn wir wachsam sind, entdecken wir diese Hinweise. Ein Stern weist zum Beispiel hin auf das Versteck ihm Stall. Die Weisen aus dem Morgenland suchen auch das Kind und folgen dem Stern. Engel verkünden den Hirten vom Geheimnis und sie glauben den Worten und laufen zur Krippe. Gott möchte, dass wir diese Zeichen sehen, ihnen Glauben schenken, dass wir ihn suchen.
Ihr alle, liebe Kinder, habt diese Zeichen gesehen, habt den Stern gesehen, seid ihm gefolgt und habt Jesus heute gefunden. Hier in der Kirche feiern wir seine Geburt. Hier in der Kirche haben wir ihn in die Krippe gelegt.
Heuer sind es genau 2000 Jahre her. Es ist dies eine runde Zahl, ein Jubiläum. Ein ganz großes Fest für die Christen. Und Jesus möchte, dass ihn heuer besonders viele finden. Dass er nicht so wie das Kind traurig aus dem Versteck zum Opa laufen muß und sich bei ihm ausweinen muß. Gott will sich finden lassen, besonders heute an seinem Geburtstag.
Das ist das erste. Gott will, dass wir ihn suchen.

Aber auch das andere gibt es. Gott ist auf der Suche nach uns. Oft verstecken wir uns vor Gott. Wir möchten vor Gott etwas verbergen, verheimlichen. Vielleicht haben wir so manchmal ein schlechtes Gewissen gehabt, als wir etwas angestellt haben. Vielleicht haben wir etwas getan, was Gott nicht sehen darf. Oft wollen wir daher nichts von Gott wissen. Wie oft klopft er aber an unsere Tür, an unser Herz und sagt: Komm, mach doch auf. Laß mich hinein. Ich möchte zu dir kommen. Es ist so wie vor 2000 Jahren, als Maria und Josef um Einlaß baten, wegen einer Bleibe, las sie anklopften und die Tür vor ihren Augen immer wieder zugeschlagen wurde, weil kein Platz in der Herberge war, weil auch kein Wille da war, sie aufzunehmen. Traurig gingen sie von Haus zu Haus. Keiner wollte sie reinlassen.
Warum haben wir oft keinen Platz für Jesus, weil wir an etwas anderes denken, weil wir keine Zeit für ihn, für´s Gebet, für die Messe haben, weil unser Herz voll mit Problemen ist?
Viele aber haben ihr Herz geöffnet. Viele haben sich auf Weihnachten vorbereitet, auf das Kommen des Herrn. Sie haben mit einer Beichte ihr Herz rein gemacht, alle ihre Sünden in die Krippe hineingelegt. Jesus will, dass wir ihm das als Weihnachtsgeschenk machen, denn dann kann er in unser Herz kommen, weil es bereitet ist. Es ist Platz für Jesus. Dann kann Maria ihren Sohn auch in unser Herz hineinlegen, so wie sie ihn in die Krippe gelegt hat.
Das ist, wie wenn ihr, liebe Kinder, euer Kinderzimmer schön aufgeräumt habt. Jetzt kann euch Jesus besuchen. Und er wird sich wohl fühlen, wenn ihr ihm die Tür öffnet, und er zu euch kommt. Wenn ihr ihm öffnet, wenn ihr das tut, dann verwirklicht sich das, was der Weihnachtsengel zu Bethlehem sagte: „Ich verkünde euch eine große Freude.“ Wenn ihr Jesus zu euch kommen laßt, der euch sucht, dann werdet auch ihr erfüllt von dieser Freude. Dann ist nicht nur im Himmel Jubel. Dann stimmen wir alle ein in den Gesang mit den Engeln. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.“
Dann ist Friede in unseren Herzen. Diesen Frieden wünsche ich allen in diesen Tagen. Möge er in uns sein und möge er ausstrahlen auf alle anderen. Amen.

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