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Fest der Heiligen Familie |
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Autor: Pfarrer Poschenrieder |
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Lk 2,41-52
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Das Fest der hl. Familie ist ein Fest, das immer mehr an Bedeutung zunimmt. Wir können feststellen, dass die Familie und die Ehe in der heutigen Zeit sehr in Gefahr sind. Gleichgeschlechtliche Paare werden der Ehe immer mehr gleichgestellt. Alleinerziehende Mütter werden vom Staat unterstützt. Was ursprünglich natürlich gut gemeint war, hat sich negativ auf die Ehe ausgewirkt, denn man hat finanzielle Nachteile, wenn man heiratet. Die Familie als Schutz für das sichere und geborgene Heranwachsen eines Kindes als Idealzustand ist immer weniger gegeben. Die Jugend ist konfrontiert mit einer recht dramatischen Situation. So und so viele Ehen gehen schief. So und so viele Eheleute geben auf und lassen sich scheiden. Immer öfter gibt es die sogenannten wiederverheiratet Geschiedenen, wobei die Kirche nur das eine ewige Band der Ehe kennt. Wenn wir dies alles nun betrachten, scheint es bald unmöglich zu sein, ein Leben lang zusammenbleiben zu können. Diese Situation heute hemmt die Jugend, eine kirchliche Ehe einzugehen. Sie haben Angst davor, es könnte schief gehen. Sie haben Angst davor, sich irgendwann nicht mehr zu vertragen, sodass sie sich wieder trennen müssen. Viele reagieren auf diese Situation ganz falsch und glauben, man muss halt vorher alles ausprobieren und sich dadurch prüfen. Das Ergebnis ist ein nicht sehr aufbauendes Dilemma. Die Statistik ist erschreckend. In Ybbs waren ganze 3 Hochzeiten und eine ganze Menge von Kindertaufen, wo ich bei der Rubrik „kirchlich verheiratet“ nichts eintragen konnte. Und hier liegt die Ursache begraben. Wenn ich vor der Ehe nicht dieses Opfer bringen kann, auf etwas Verzichten kann, dann kann ich auch schlecht nach der Hochzeit plötzlich Schwierigkeiten durchtragen und überwinden. Wenn wir jetzt ins Evangelium schauen, dann können wir feststellen, dass es auch Schwierigkeiten in der hl. Familie gegeben hat. Die Eltern haben sich große Sorgen um den verschwundenen Jesus gemacht. Sie haben ihn 3 Tage lang voller Angst gesucht. Er ist nicht nur eine Nacht nicht nach Hause gekommen. Stellen sie sich vor, ihre Tochter oder ihr Sohn kommt mit 12 Jahren ohne etwas zu sagen, in der Nacht nicht nach Hause. Jesus war drei Tage verschwunden. Das Unvorstellbare folgt noch. Als sie ihn im Tempel fanden, wundert sich Jesus, dass sich die Eltern Sorgen gemacht haben. Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters bin. Sie verstanden nicht, was er sagen will. So manches haben sie über ihren Sohn nicht verstanden. Über so manches wunderten sie sich und Maria bewahrte es in ihrem Herzen. Trotzdem hat sie voller Angst gesucht. Ich glaube, in der heutigen Zeit suchen viele Eltern ihre Kinder, so wie damals Maria und Josef ihren Sohn Jesus gesucht haben. Nur gibt es einen ganz großen Unterschied. Sie finden sie nicht im Tempel, in der Kirche. Wie viele Mütter haben mir schon ihr Leid geschildert und gefragt: „Was soll ich tun? Jahrelang habe ich mein Kind, meine Kinder in die Kirche mitgenommen und jetzt plötzlich gehen sie nicht mehr. Ich kann sagen, was ich will. Sie hören nicht mehr auf mich. Was habe ich falsch gemacht?“ Das sind oft große Prüfungen. Mir fällt dann immer nur die hl. Monika ein, die jahrzehnte lang für ihren Sohn, den hl. Augustinus gebetet hat und der dann einer der größten Heiligen und Kirchenlehrer geworden ist. Er hat sich auch nichts mehr sagen lassen und ist immer tiefer gefallen. Sie konnte kein Wort mehr zum Schluss zu ihm sagen. Er hat nur noch über seine Mutter gelächelt. Wenn sie merken, dass die Kinder nicht mehr auf sie hören und jedes Wort das Verhältnis nur noch schlimmer macht, dann schweigen sie und beten sie, wie die hl. Monika, dass ihr Kind wieder zurückfindet. Kein Gebet bleibt unerhört. Gott hört jedes Beten und Flehen. Der Bischof, bei dem sich die hl. Monika ausweinte, tröstete sie mit den Worten. Ein Sohn so vieler Tränen kann nicht verloren gehen. Nur hat Gott oft einen langen Atem. Er hat viel Zeit. Wir durften daher nicht die Geduld verlieren und ihm den Zeitpunkt der Erhörung vorschreiben. Und wenn es erst in der letzten Stunde ist, in der Sterbestunde und mein Kind hier zu Gott zurückfindet, dann hat Gott alle deine Gebete erhört, dann ist alles gut. Dieses Gottvertrauen wollen wir uns nicht nehmen lassen. Liebe Brüder und Schwestern! Immer öfter kommt es vor, dass Kinder zu mir kommen und sagen. Ich würde gerne in die Kirche gehen, aber meine Eltern lassen mich nicht, die schlafen am Sonntag. Und da kann es dann passieren, dass es wieder so wird wie im Evangelium, dass die Eltern das Kind in der Kirche suchen müssen und nur dort finden, dass die Eltern wieder durch die Kinder zur Kirche vielleicht zurückfinden. Beten wir, dass die Eltern dann offen sind, dass sie das Kind wirklich in der Kirche suchen und wieder verstehen, warum ich in die Kirche gehen soll, dass es die schuldige Pflicht gegenüber meinen Herrgott ist, der deshalb Mensch geworden ist, um uns von den Sünden zu erlösen. Amen. |