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Dreifaltigkeitssonntag i.J.B.

Autor: Pfarrer Poschenrieder

Evangelium: Mt 28,16-20

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Liebe (Jungschar)kinder!

Vielleicht seid ihr über den Beginn meiner Predigt mit dem Kreuzzeichen überrascht. Die älteren Leute aber wissen es noch, daß früher die Predigten so begonnen haben. Heute am Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit habe ich bewußt meine Predigt auch mit dem Kreuzzeichen eingeleitet. Warum?
Das Kreuzzeichen ist eine kleine Predigt. Wir machen es, wenn wir in eine Kirche gehen mit dem Weihwasser. Wir machen es, wenn wir ein Gebet beginnen, wenn wir das Morgen- oder Abendgebet sprechen, beim Tischgebet. Manche Sportler machen es vor ihrem Auftritt. Es ist momentan die Europameisterschaft und so manchen Fußballspieler habe ich gesehen, als er eingewechselt wurde, machte er das Kreuzzeichen. Und wir machen es auch am Anfang und am Schluß der Hl. Messe, so wie beim Evangelium, dort aber das kleine Kreuzzeichen auf Stirn, Mund und Brust.
Ich habe gesagt, das Kreuzzeichen ist eine kleine Predigt. Das stimmt. Aber nur, wenn wir es auch überlegt und richtig machen. Es soll nicht wie ein Fragezeichen ausschauen und der andere soll auch nicht meinen, wir verjagen da Mücken oder sonst etwas vor unserem Gesicht, weil wir so „herumwedeln“.

Wenn wir es bewußt und ehrfürchtig machen, kann es wirklich auf andere Eindruck machen, bzw. diese zum nachdenken anregen, sodaß es wahrhaft als kleine Predigt ihre Wirkung auch zeigt. Wir machen sicherlich oft das Kreuzzeichen unbewußt. Wir können aber beim Kreuzzeichen an verschiedenen Glaubensgeheimnisse erinnert werden. Das Kreuzzeichen kann uns erstens an den Erlösertod Jesu Christi am Kreuz erinnern. Das Kreuz ist, da Jesus den Tod am Kreuz durch seine Auferstehung überwunden hat, zum Segenszeichen geworden. Wir können weiters beim Kreuzzeichen mit Weihwasser auch an unsere Taufe denken. Wir sind auf den Namen der heiligsten Dreifaltigkeit getauft. Der Priester hat unseren Kopf mit dem Taufwasser übergossen und dabei gesagt: Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Das Kreuzzeichen ist daher ein Bekenntnis zum Hauptgeheimnis unseres Glaubens, die Heiligste Dreifaltigkeit. Vielen ist dies nicht bewußt, daß das Kreuzzeichen eine kleine Glaubenspredigt ist. Viele sprechen zwar zu Hause ein Tischgebet, aber sobald sie von Fremden eventuell beobachtet werden könnten, z.B. im Gasthaus, verlieren sie den Mut hier öffentlich das Kreuzzeichen zu machen und dieses Symbol als kleine Predigt zu nützen. Unser Ziel soll es sein, einen festen und unerschütterlichen Glauben zu haben, der sich nicht fürchtet auch vor einer glaubenslos gewordenen Welt Zeugnis abzulegen. Wir wollen mutig zu unserem Glauben stehen und uns nicht verkriechen.
Das Kreuzzeichen ist aber nicht das einzige Gebet, indem die heiligste Dreifaltigkeit angerufen wird. Wir haben viele Gebete, womit wir Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist anbeten. Das „Ehre sei dem Vater...“ und das Glaubensbekenntnis sind nur einige Beispiele.

Liebe Kinder! Paßt heute bei der heiligen Messe besonders gut auf, wann wir diese drei göttlichen Personen anbeten. Ihr werdet überrascht sein, es kommt öfter vor als ihr vielleicht vermutet. Wir wollen, wenn wir das Heilig-Lied singen, beim dreimal Heilig auch an die Dreifaltigkeit denken. Heilig ist Gott Vater, heilig ist Gott Sohn, heilig ist Gott Heiliger Geist.
Die Heilige Messe ist ein Lobpreis an die Heiligste Dreifaltigkeit. Es ist ein Liebesgeheimnis. Das sage ich für die Großen. Der Vater liebt den Sohn. Der Sohn liebt den Vater. Diese Liebe ist so stark, daß eine eigene Person wird. Diese Liebe ist der Heilige Geist, den sie einander zuhauchen. Einmal, so hoffen wir, werden wir in diese Liebe mit hineingenommen und in Ewigkeit an dieser Liebe im Himmel teilhaben dürfen. Amen.

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