Evangelium: Joh
18,33b-37
Lesung: Dan 7,2a.13b-14Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Bist du der König der Juden? Diese Frage des
Pilatus wurde in diesen 2000 Jahren Christenheit immer wieder gestellt?
Diese Frage durchzieht aber bereits vorher das ganze AT. Im Buch Daniel sieht der Prophet
den Menschensohn, der mit den Wolken des Himmels kommt, dem Herrschaft, Würde und
Königtum gegeben wurde. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine
Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals
unter. Von wem sagt dies der Prophet? Das ganze AT ist in dieser Erwartungshaltung
und wartet auf diesen Messias, auf diesen König, auf den König der Juden.
Ist er der König der Juden? Diese Frage stellte sich Herodes als die Sterndeuter kamen
und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen. Mit
ihm erschrak ganz Jerusalem. Wer ist dieser König? Ist er eine Gefahr für mich? Auf alle
Fälle werden wir ihn einmal vernichten, töten. Alle Jungen bis 2 Jahren müssen deshalb
unschuldig sterben. Eine der grausamsten Taten, wo viele Tränen flossen.
Auch Pilatus weiß nicht genau, ob dieser Mann eine Gefahr ist? Äußerlich spricht alles
gegen ihn. Ein König sieht anders aus, als der, der vor ihm steht. Wie soll er sich ihm
gegenüber verhalten? Was hat er getan? Es ist ihm ein Rätsel. Er wird dieses Schild INRI
über dem Kreuz anbringen lassen. Jesus von Nazaret, König der Juden. Denn er hörte es
von Jesus direkt, als er bei diesem Gespräch ihn noch einmal fragte: Also bist du doch
ein König? sagte er: Ja, ich bin ein König.
Aber es gibt in vielem kleine Unterschiede zu einem weltlichen König. Sein Reich ist
nicht von dieser Welt. Sein Reich ist das himmlische Reich. Seine Diener sind die Engel im
Himmel. Sein Reich wird niemals untergehen. Jedes Reich auf dieser Welt ist noch
untergegangen. Und das sogenannte 1000-jährige Reich, das Hitler errichten wollte, hat
nicht einmal 10 Jahre gedauert und ist kläglich vernichtet worden.
Auch in vielen anderen Punkten sehen wir Abweichungen zu einem irdischen König. Wir
wissen, die Krone Jesu war eine Dornenkrone. Sein Szepter war das Rohr, das ihm die
Soldaten in die Hand drückten und ihn verspotteten. Sein Königsmantel war ein alter
Fetzen, den sie ihm umlegten. Sein Thron, wo er erhöht wurde, ist das Kreuz. Von dort
herrscht er jetzt und bis in alle Ewigkeit.
Bist du der König der Juden? Auch heute wird
immer wieder diese Frage gestellt und viele lehnen ihn als König ab. Jeden von uns wird
diese Frage aber einmal gestellt. Wer ist Jesus für dich? Ist er der, durch den du
gerettet wirst? Ist er der Messias, der König der Herzen oder ist er nur ein besserer
Mensch, ein Sozialreformer oder gar ein Magier, ein Zauberkünstler, der die Menschen um
den Finger wickelte.
Dieses Christkönigsfest ist eines der jüngsten
Feste. Es ist erst in diesem Jahrhundert von Papst Pius XI. im Jahre 1925 eingeführt
worden. Obwohl die Zeit der Könige, die mächtig über die Erde herrschten anscheinend
der Vergangenheit angehören. Wir Christen betonen jetzt unseren König. Jesus ist der
König des Weltalls. Die Könige der Erde haben sich oft ausgebreitet, indem fremdes Blut
geflossen ist. Das Reich Christi hat begonnen sich auszubreiten mit dem Augenblick, wo er
sein eigenes Blut für uns vergossen hat.
Wir sind ausgegangen von der Frage: Bist du der
König der Juden? Was ist das für ein König, den die eigenen Leute anklagen und töten
wollen und wir haben festgestellt.
1. Er ist scheinbar ein König ohne Volk. Er hat aber sehr wohl ein Volk.
2. Er ist scheinbar ein König ohne Reich. Sein Reich ist aber nicht von dieser Welt.
3. Er ist scheinbar ein König ohne Macht. Aber wenn sein Reich von dieser Welt wäre,
würden seine Leute kämpfen. Er hat Macht über die Herzen. Er hat die Macht der
Wahrheit. Nur so kann Jesus sagen. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine
Stimme.
Der heutige Sonntag zeigt uns also Jesus als den mächtigen Herrscher des Weltalls, des
Richters, des Königs. Ihm wollen wir dienen. In seinem Reich wollen wir einmal wohnen. Er
wird uns in diese Wohnungen aufnehmen, wenn wir auf seine Stimme hören und seine Gebote
achten.
Das will uns dieses Fest wieder ins Bewußtsein bringen. Die Könige dieser Welt hatten
gute Seiten und schlechte Seiten. Es gab gut und gerechte Herrscher und es gab welche, die
nur Macht ausübten und viele Unterdrückten. Unser König ist der König über all diese
Könige und er herrscht gerecht, edel und mit Macht, Wahrheit und Liebe. Amen. |