| Allerheiligen 2000 |
Autor: Pfarrer Poschenrieder |
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Eine der wesentlichen, zentralen und wichtigsten
Fragen unseres Lebens wird sehr selten gestellt. Doch manchmal werden wir daran erinnert.
Das kann bei einem Sterbefall in der engeren oder weiteren Verwandtschaft sein, das kann
aber auch durch die Kirche sein, wenn sie Allerheiligen und Allerseelen feiert. Es ist die
Frage nach dem Leben nach dem Tod. Was kommt danach? Gibt es etwas? Wenn ja, wie wird es
dort sein? 1. Sie leben. Es ist nicht aus nach dem Tod. Wir haben eine unsterbliche Seele. Gott wird unseren Leib wieder auferwecken. Die Heiligen leben im Himmel, bei Gott. Sie sind nicht tot. Jesus sagt einmal: Ich lebe und auch ihr werdet leben. (Joh 14,19) Der Tod beendet nicht das Leben, sondern es wird gewandelt. Es ist uns eine ewige Wohnung bereitet. Eines der letzten Worte der hl. Theresia von Lisieux war: Ich sterbe nicht, ich gehe ein in das Leben. 2. Sie werden geliebt. Es gibt eine falsche Vorstellung vom Himmel. Wir könnten sie auch eine Angst vor dem Himmel nennen. sie heißt: Der Himmel ist langweilig. Der Himmel ist aber gerade das Gegenteil. Wir werden einmal überrascht sein wie sehr interessant es dort ist. Der Himmel ist auch nicht kalt und die Hölle schön warm. Im Himmel wird uns die Liebe erfreuen. Wir werden geliebt werden und wir werden einander lieben. Ich kann es auch anders ausdrücken. Es gibt dort keinen Streit mehr, kein Neid, keine Habgier, keinen Hochmut, keinen Egoismus. Dafür die ewige Freude, dauerndes Glück, Friede ohne Ende. Am besten aber beschreibe ich es mit der Liebe. Wenn wir heute mit einem Hochfest auf all die
Heiligen schauen, könnte jemand auf die Idee kommen und fragen: Brauchen wir die
Heiligen? Tun wir den Heiligen nicht zuviel Ehre an? Gebührt nicht Gott allein die Ehre?
Wird dadurch nicht Jesus Christus in den Hintergrund gedrängt? Auf einen Punkt möchte ich noch eingehen. Manche
haben auch eine falsche Vorstellung von einem Heiligen. Was ist ein Heiliger? Wer ist ein
Heiliger? Es hat manchmal in unserer Zeit schon einen negativen Klang, wenn jemand sagt,
der ist ein Heiliger. Da schwingt das scheinheilig stark mit und viele wünschen sich gar
nicht ein Heiliger zu sein und sagen ich bin kein Heiliger. Ein Heiliger ist nicht einer,
der nur betet und die Not der Mitmenschen übersieht. Dieser Mensch betet schon gar nicht
richtig. Das richtige Beten würde die Augen für die Not der Mitmenschen sehen. Ein
Heiliger ist nicht, der nur fromm in der Kirche ist und sobald er die Kirche verläßt
unausstehlich ist. Jesus verurteilt dies oft bei den Pharisäern. Nicht der ist der
Heiligste, der quantitativ am meisten Vater unser am Tag runterspricht,
sondern der ist es, der mich liebt, sagt Jesus, der meine Gebote hält, der den Willen
Gottes tut. Dazu gehört auch z.B. wenn einer auf seine Gesundheit achtet, Sport betreibt,
wenn einer lachen kann, wenn man sich mit einem unterhalten kann und natürlich auch, wenn
einer betet. |