| Evangelium: Lk 3,1-6 Liebe Brüder und Schwestern
im Herrn!
Der Advent wird genannt die stille Zeit. Das
Gegenteil ist aber immer mehr festzustellen. Der Mensch findet nicht mehr zur Ruhe,
sondern es wird immer hektischer und die Medien freuen sich, wenn gerade am 8.12. am
meisten Rummel ist und am meisten Umsatz gemacht wird. Nur die katholische Kirche habe
sich noch nicht damit abgefunden, so habe ich es dauernd in den Nachrichten im Radio
gehört.
Der Mensch aber wird wieder Schweigen, wenn Gott spricht.
Dreimal hat Gott deutlich gesprochen und der Mensch wußte keine rechte Antwort, hat
dreimal geschwiegen und ist dreimal ins Schweigen gefallen.
Als Gott dem ersten Sünder zurief: Adam, wo bist du? und er die gerechte
Strafe erfuhr: Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot verzehren, bis du
zum Ackerboden wiederkehrst, von dem du genommen bist. Denn Staub bist du, und zum Staub
sollst du heimkehren. Von da an schwieg das Menschengeschlecht, weil durch die
Sünde der Tod bei ihm eingekehrt war. Der Mensch schwieg. Die Gaben der Gnade waren in
ihm tot, die Gaben der Natur verletzt. Der Mensch war derart verwundet, daß er keine
Stimme und kein Empfinden mehr hatte. Dies war das erste Schweigen.
Dann sprach Gott das zweite Mal zu Mose und gab ihm das Gesetz, die 10 Gebote. Sie zeigten
aber nur, dass der Mensch krank war, es war aber kein Heilmittel. Die Menschen riefen nach
einer Medizin. Sie riefen nach dem Messias, den Erlöser durch die Propheten. So wurde das
erste Schweigen durchbrochen. Als aber lange Zeit keine Heilung in Sicht war, da waren sie
nach dem Schreien des Wartens müde und sie schwiegen wieder. Das ist das zweite
Schweigen.
Dieses zweite Schweigen wurde auf dreierlei Weise durchbrochen. Gott sprach das dritte
Mal: 1. durch eine Stimme, 2. durch ein Wort und 3. durch einen Gesang.
Durch eine Stimme, die da sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet
den Weg für den Herrn. Es ist Johannes der Täufer, der laut die Ankunft verkündet. 2.
Durch ein Wort: Durch das Wort, das bei Gott war, denn das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt. 3. Durch einen Gesang: denn bei der Geburt des
fleischgewordenen Wortes sangen die Engel: Ehre sei Gott in der Höhe!
Und der Mensch lief zur Krippe und schwieg zum dritten Mal.
Dieses dritte Schweigen, ist das Schweigen in der Heiligen Nacht, wo der Mensch voll
Ehrfurcht das Geheimnis anbetet, wo er mit Maria und Josef wacht und das Kind in der
Krippe still betrachtet. Sie schauten die Herrlichkeit des Herrn.
Auch hier gibt es ein dreifaches Schauen.
1. Eine Schau der Nacht vor der Gnade, 2. eine Schau des Tages in der Gnade, 3. eine Schau
des Lichtes in der Herrlichkeit.
Die Schau der Nacht vor der Gnade hatten die Patriarchen und Propheten, die in Visionen
den Retter vorhersagten und vorherschauten. Es war noch Nacht. Die Gnade kam durch Jesus
Christus.
Die Schau des Tages in der Gnade hatten alle, die Jesus hier auf Erden sehen durften vor
2000 Jahren.
Die Schau des Lichtes in der Herrlichkeit steht uns noch bevor. Hier werden die Gerechten
vor Gott leuchten wie die Sonne, dann werden sie im Licht das Licht sehen. Mit gereinigtem
Auge werden sie das Licht schauen, das ein sterbliches Auge nicht ertragen könnte.
Dann werden auch wir das Heil sehen, das von Gott kommt. Johannes der Täufer
ruft uns dies heute zu. Der Retter kommt, das ist gewiß. Bereitet dem Herrn den Weg.
Bereiten wir uns gut vor auf die Ankunft des Herrn. Besonders, indem wir in diesen Tagen
die Stille und das Gebet vermehrt suchen.
Der Mensch wird wieder schweigen, wenn er sich von dem Geheimnis ergreifen läßt. Dieses
Schweigen ist aber dann nicht ein Schweigen, weil er keine rechte Antwort auf Gottes
Sprechen hat, sondern es ist ein anbetendes Schweigen vor dem großen Handeln und Wirken
Gottes in der Heilsgeschichte, besonders ein Schweigen vor dem Kind in der Krippe.
Auf diese bevorstehende Stille in der HeiligenNacht wollen wir uns vorbereiten. Das sagt
die Kirche, wenn sie uns zuruft: Es ist Advent! Bereitet dem Herrn die Wege. Die
Erlösung ist nahe! Amen. |