6. Sonntag nach Ostern |
Autor: Pfarrer Poschenrieder |
| Lesung: 1 Joh 4,7-10 Evangelium: Joh 15,9-17 Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Im heutigen Evangelium kommt ein Wort sehr
häufig vor: das Wort Liebe - oder auch geliebt,
liebt. Insgesamt 9 mal. Auch in der Lesung kommt 9 mal dieses Wort vor. Es
liegt auf der Hand über dieses Thema ein paar Worte zu sagen, noch dazu, wenn Jesus uns
diese Liebe eindringlich aufträgt. Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe! Bleibt
in meiner Liebe. Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben. Und zum
Schluß wiederholt er es nocheinmal, um es uns einzuschärfen: Liebt einander. Erstens: Liebe ist nicht nur ein Gefühl. Liebe
muß wachsen, Liebe muß reifen, Liebe muß man auch lernen und wollen. Liebe verlangt
Treue. Die eheliche Liebe sagt: Ich möchte dich für immer lieben. Echte Liebe ist daher
auf Dauer ausgerichtet. Zweitens: Echte Liebe will einander schenken. Denken sie an die Eltern, die die Kinder beschenken. Was schenkt eine Mutter alles einem Kind an Zeit, an Opfer, an Hingabe. Denken sie an das Brautpaar am Traualtar, die sich die Ringe schenken als Symbol ihrer Liebe, die sie einander schenken wollen. Denken sie an Gott selbst, der uns seinen Sohn geschenkt hat, der aus Liebe zu uns Menschen für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Die Liebe Gottes - hörten wir im 1. Johannesbrief - wurde dadurch offenbart, daß Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Der gute Hirt gibt sein Leben für die Schafe. Drittens: Echte Liebe will einander nahe
sein. Diese wahre Liebe will sogar Einswerden. Sie will so völlig ineinander
aufgehen, dass nicht mehr zwei Wesen sind, sondern eins. So ist auch die heiligste Dreifaltigkeit ein Liebesgeheimnis. Da wird diese echte Liebe verwirklicht, da ist sie verwirklicht, so dass die 3 Personen, die sich so stark lieben, wirklich eins sind, ein Wesen, ein Gott. Diese Liebe ist unser Vorbild, soll unser Vorbild sein. Gott ist die Liebe. Das ist die beste Beschreibung seines Wesens. Der Vater liebt den Sohn, der Sohn liebt den Vater. Diese Liebe ist so stark, dass eine eigene Person wird - der heilige Geist. Auch wir sollen uns bemühen immer mehr zu lieben. Liebt einander, damit ihr einmal an dieser Liebe beim dreifaltigen Gott im Himmel teilnehmen dürft. Amen. |