| Weltmissionssonntag (18.10.1999) |
Autor: Pfarrer Poschenrieder |
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Weltmissionssonntag! Seit 1926 begeht die Kirche im Oktober den Weltmissionssonntag. Damals war Pius XI. Papst. Im 20. Jahrhundert ist uns ganz stark bewußt geworden, daß wir eine Weltkirche geworden sind. die Welt wäre ohne Christentum nicht vorstellbar. Auf dem 2. Vatikanischen Konzil ist dies sichtbar geworden. Bischöfe, Kardinäle aus allen Kontinenten waren zugegen. Afrika, Südamerika, alle diese bekannten Missionsgegenden hatten schon eigene Bischöfe, die sie nach Rom gesandt hatten. Und vielleicht ist es bald nur noch eine Frage der Zeit, wo ein Nicht-Europäer zum Papst gewählt wird. Die katholische Kirche hat sich wirklich dank vieler Missionare und ihrer Opfer auf den ganzen Erdkreis ausgebreitet. Das war nicht immer so. Mit einer ganz kleinen Schar hat es begonnen. Nach der Geistausgießung, dem ersten Pfingsten, betrug die Zahl der Getreuen vielleicht etwa 120. Nach der bekannte Predigt des hl. Petrus kamen um die dreitausend Seelen dazu. Und wieviel hundert Millionen sind es heute? Von allem Anfang an hat man das Abschiedswort Jesu vor seiner Himmelfahrt ernst genommen. "Geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Völker zu meinen Jüngern, in dem ihr sie tauft und sie alles halten lehrt, was ich euch geboten habe." Es ist der Missionsbefehl, der immer aktuell bleibt bis zur Wiederkunft Christi. Dieses Wachstum der Christenheit kam zustande trotz blutiger Verfolgung und trotz aller anderen Schwierigkeiten und Widerstände. Im Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche steht, "daß wir wirklich allen Grund haben Gott zu danken ob der trefflichen Arbeit, die durch den hochherzigen Einsatz der ganzen Kirche bislang vollbracht wurde." Wir denken an die Helden und Heiligen der Missionsarbeit: an Paulus, den Völkerapostel, an Benedikt, den Vater des Abendlandes, an Franz Xaver und besonders an die Missionare Rupert und Virgil, die vor 1300 Jahren den Bewohnern Salzburgs den christlichen Glauben verkündeten. Sie haben das Evangelium verkündet. Genauso wie das auch heute geschieht. Allen voran Papst Johannes Paul II., der trotz seines Alters noch im Juni nach Österreich kam, sich auch auf den Weg machte, das Evangelium zu verkünden. Die Bischöfe Österreichs schreiben in ihrem Hirtenwort zum Sonntag der Weltmission: "Dankbar denken wir an die über 600 Österreicherinnen und Österreicher, die heute weltweit als Missionare wirken, und bitten Gott, daß er bei uns und überall auf der Wetl viele missionarische Berufungen wecken möge. Am heutigen Sonntag kann unser Christ-sein durch die Lebendigkeit der jungen Kirchen und ihr missionarisches Engagement neue Impulse bekommen. Missio vermittelt jedes Jahr durch ein Beispielland Impulse für unsere Kirche. Die Christen im heurigen Beispielland Bangladesch sind eine verschwindende Minderheit, zeigen uns aber durch ihr Verhalten, durch ihre Dialogbereitschaft und Achtung anderer Religionen was Christ-sein heißt." Die Frage, die sich uns immer wieder hier stellt ist die: Was können bzw. müssen wir tun? Wir können mitbeten, mithelfen, mitopfern und mitleiden. Auf Grund der Taufe und erst recht auf Grund der Firmung ist jeder von uns nach seinen Kräften zum missionarischen Einsatz verpflichtet. Beispielhaft dafür ist das Leben der hl. Theresia von Lisieux. Obwohl sie seit ihrem 16. Lebensjahr in der strengen Abgeschlossenheit des Karmel von Lisieux gelebt hat und schon mit 24 Jahren von Gott heimgerufen wurde, ist sie doch die Patronin der katholischen Missionen geworden. Warum? Sie hatte 2 Missionare anvertraut bekommen, für die sie besonders gebetet hat. Wie gerne wäre sie selber Missionarin geworden. Sie schreibt: "Die glänzenden Werke sind mir versagt. Ich kann das Evangelium nicht verkünden, mein Blut nicht vergießen. Was tut das? Meine Brüder arbeiten an meiner Statt, ich kleines Kind, bleibe ganz nahe dem königlichen Thron - ich liebe für jene, die kämpfen. Ich habe keine anderen Mittel, um Dir meine Liebe zu beweisen als folgendes: kein Opfer vorübergehen lassen, aus den kleinsten Handlungen Nutzen ziehen und sie aus Liebe tun. Dies ist nützlicher als alle anderen Werke zusammen." Jeder von uns kann in diesem Sinn heute und ein ganzes Leben lang für Christus und seiner Kirche missionarisch wirken und damit dem Missionsbefehl Christi gerecht werden. Amen. |