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Jahresabschluß 1999 in Säusenstein

Autor: Pfarrer Poschenrieder

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Es ist schon ein besonderer Tag, der 31.12.1999. Morgen schreiben wir den 1.1.2000. Nicht jeder Mensch darf so etwas erleben. Viele haben sich ja etwas besonderes ausgedacht, was sie in dieser Nacht tun werden. Die kuriosesten Angebote habe ich gelesen. Viele werden aber auch diese Sivesternacht so wie jedes Jahr verbringen.
Auch die Kirche in Ybbs schläft nicht. Sie wird den Jahreswechsel vor dem ausgesetzten Allerheiligsten betend erwarten. Ich habe das auch schon in Gars so gemacht und es war schön.
Machen wir uns bewußt, dass bereits seit der Weihnachtsnacht 1999 das große Jubeljahr 2000 für die Kirche begonnen hat. Der Papst hat die heilige Pforte geöffnet und ein Gnadenjahr ausgerufen. Dieses heilige Jahr soll ein Lobgesang sein auf die Dreifaltigkeit. Wir haben uns ja auch drei Jahre vorbereitet und jedes Jahr war einen Person der heiligsten Dreifaltigkeit Mittelpunkt der Vorbereitungsjahre.
Diese Jubiläumsjahr dauert bis zum 6. Januar 2001. In diesem Jahr wollen wir unsere Herzen öffnen für die Gnade und die Mittel der Kirche annehmen. Der Papst weist uns hin. Er betont das Wallfahrtswesen. Vielleicht gelingt uns die eine oder andere Wallfahrt im großen nach Mariazell oder im kleinen nach Maria Taferl. Natürlich stehen Rom und das heilige Land im Mittelpunkt.
Aber auch Säusenstein selbst darf, wie ich bereits in meiner letzten Predigt hier gesagt habe, stolz sein, eine Jubiläumskirche zu haben. Dies ist für die Gewinnung eines vollkommenen Ablaß entscheidend. Der Papst legt viel Gewicht auf eine Wiederentdeckung des Ablasses. Wir wissen, durch die Beichte werden zwar die Sünden nachgelassen, es bleiben aber gewisse Folgen der Sünden, von denen man geläutert werden muß. Zur Beichte gehört auch die tatsächliche Lebensänderung, die durch die Buße ausgedrückt wird. Der Ablaß, durch den das Vollgeschenk des göttlichen Erbarmens zum Ausdruck gebracht wird, hat Bedeutung. Es wird dem reuigen Sünder mit dem Ablaß die zeitliche Strafe der Sünden erlassen, die hinsichtlich der Schuld schon getilgt ist.
Wenn ich das in einem Bild ausdrücken darf: Ein Kind wirft eine Fensterscheibe ein. Es beichtet bei seinem Vater. Der Vater vergibt die Schuld. Die Folgen der Sünde bleiben, denn die Fensterscheibe bleibt kaputt. Der Vater gibt eine Buße auf. Die Gewinnung des Ablasses ist folgendes. Die Versicherung springt ein und zahlt den Schaden. Das ist die Kirche. Der Schatz der Kirche, der durch die Verdienste Jesu Christi und aller Heiligen in einem Fond aufbewahrt wird, springt nun ein und macht es gut. Wir wollen oft in diesem Jahr uns bemühen so einen Jubliäumsablaß zu gewinnen. Ihnen in Säusenstein ist es sehr leicht gemacht worden.
Es war für mich ein Anliegen, ihnen kurz aus der Sicht der Gesamtkirche den Blick auf das Jahr 2000 zu vermitteln. Für die Kirche ist es ein freudiges Ereignis. Wir feiern 2000 Jahre Geburt Christi.
Darum laßt uns am heutigen Tag Dank sagen und Gott preisen. Das ist doch auch der Grund, weshalb sie in die Kirche gefunden haben. Das alte Jahr wollen wir in die Hände Gottes zurücklegen. Irgendwie spüren wir, daß es keinen besseren Augenblick gibt, Gott eine Liste ganz persönlicher Dankbarkeiten zu überreichen als heute, an dem ein altes Jahr zu Ende geht.
Denken wir an jene, die vielleicht gerechnet hatten, diesen Tag zu erleben, doch es wurde ihnen nicht gewährt.
11 Sterbefälle gab es in diesem Jahr.
1. Maria Mayer-Amesreither ...

Daher möchte ich sagen: Danke Gott zu jeder Zeit, vor allem aber am heutigen Abend, für all die Jahre, die er mir bislang geschenkt hat.

Danke für das Geschenk und Wunder eines Kindes dürfen 5 aus unserer Pfarre sagen. Insgesamt gab es 16 Taufen. Die 5 aus der Pfarre Säusenstein waren: Alexander Huber, Lukas Peirleitner, Victoria Elisabeth Hell, Christoph Prochazka und Jonas Steinmetz.

Den Segen Gottes, ihr ganzes Leben gemeinsam zu gestalten, haben 6 Paare erbeten. Davon waren 2 aus unserer Pfarre: Braunsteiner Leopold und Schroll Ulrike Florentine, sowie Langsenlehner Roman und Wagner Nicole Brigitte.
Wir wollen nun aber auch Gott bitten, daß er weiterhin unsere Wege lenkt, daß er auch im kommenden Jahr uns begleitet in allen unseren Vorhaben. Wir dürfen zuversichtlich sein. Jesus hat ja einmal gesagt: „Seht, ich bin bei euch alle Tage, bis zur Vollendung der Welt.“ Er war dabei bei jeder Taufe, bei jeder Hochzeit, bei jeder Begegnung, bei jeder guten Tat u.s.w. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Auch jetzt und bei jeder hl. Messe.
So möge es für uns alle ein besonders gnadenreiches Jahr 2000 werden. Dazu wünsche ich ihnen den Segen der Gottesmutter, die uns jeden Tag auch in diesem Jubiläumsjahr an der Seite sein soll. Amen.

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