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Christkönigsfest (18.11.1999)

Autor: Pfarrer Poschenrieder

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Liebe Jungscharkinder!


Wir feiern heute den Christkönigssonntag. Es ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Wenn Ihr heute diese hl. Messe mit Liedern mitgestaltet, dann wollt Ihr zum Ausdruck bringen, daß euch dieses Fest ein Anliegen ist. Wir wollen in besonders würdiger Weise Christus als unseren König feiern. Laßt euch ergreifen von diesem Fest. Jesus Christus soll der König eures Herzens werden.
Ihr wißt, was ein König ist! Auch wenn in der heutigen Zeit ein König nicht mehr diese Gestalt ist wie früher, so kennen wir die Merkmale eines Königs. Jedem Kind ist sicherlich im Märchen schon einmal ein König begegnet. Wer kennt nicht „König Drosselbart“, „Des Königs neue Kleider“ oder „Dornröschen“? In jedem dieser Märchen kommt ein König vor, und wir erfahren, wie ein König ist. Ein König hat Würde. Ein König hat Macht! Ein König hat ein Reich. Er muß dieses Reich regieren. Er muß herrschen.

Wenn wir Jesus Christus jetzt betrachten, stellen wir fest, es gibt verschiedene Bilder, verschiedene Darstellungen. Zu Weihnachten wird uns der Knabe im lockigen Haar in der Krippe begegnen. Es gibt weiters den lieben Heiland, der das verlorene Schaf auf den Schultern trägt. Am Karfreitag wird uns der leidende Heiland vor Augen gestellt. Es gibt aber auch das mächtige Bild des Pantokrators, des Richters, des Herrschers über die Welt, des Königs. Alle Bilder zeigen etwas Wahres. Sie zeigen eine bestimmte Seite von Jesus. Wir haben aber den ganzen Christus zu verkünden. Der heutige Sonntag zeigt uns den mächtigen Jesus, dem wir dienen wollen, den Herrn, der Herren, den König der Könige.
Jesus hat aber gerade nicht so wie ein König gelebt. Er wurde ganz arm im Stall von Betlehem geboren. Statt öffentlicher Anerkennung wurde er bereits als Kind von Herodes verfolgt, der sein Königtum in Gefahr sah. Seine Lehrtätigkeit war verbunden mit großen Strapazen und Mühen. So stellt man sich einen König normalerweise nicht vor. Letztendlich wurde er gekreuzigt.
Andererseits hat er Wunder gewirkt. Die Leute von damals wollten ihn im politischen und irdischen Sinn zu ihrem König machen. Aber sein Königtum ist nicht von dieser Welt. Christus regiert mit Milde und Geduld. Jesus hat keine irdische Macht, er hat eine geistige Macht. Seine Macht ist eine Macht über die Menschenherzen. Beim Königtum Jesu ist alles etwas anderes. Er hat auch Leute, er hat Engel, die für ihn kämpfen würden, wenn sein Reich von dieser Welt wäre.
Viele Herrscher haben ihr Reich aufgebaut, indem viel fremdes Blut geflossen ist. Jesus hat sein Reich aufgebaut, indem er sein eigenes Blut für uns vergossen hat.
Jesus ist auch ein besonderer König, wenn wir die äußeren Zeichen betrachten, die ein König trägt. Jeder König hat erstens eine Krone, zweitens ein Szepter und drittens einen Thron. Bei Jesus ist das ähnlich und doch ganz anders. Er hat auch alle diese drei Dinge in einer etwas anderer Form. Er erniedrigte sich und trug keine echte Krone, sondern eine Dornenkrone, ließ sich verspotten, ließ sich einen Purpurmantel umlegen, ließ sich geißeln. Sein Szepter war das Rohr, das sie ihm bei der Dornenkrönung in die Hand gedrückt haben. Jetzt konnten sie vor ihm niederfallen und ihm huldigen und dadurch demütigen. Und sein Thron, wo er erhöht wurde, ist das Kreuz. Von dort herrscht Jesus herab, jetzt und bis in alle Ewigkeit. In jedem christlichen Haus ist das Kreuz zugegen. Den Siegeszug des Kreuzes konnte kein anderer Herrscher aufhalten. Diesen Siegeszug des Kreuzes kann auch die moderne Wohlstandsgesellschaft nicht aufhalten. Sein Königtum hat bestand, wird in Ewigkeit nicht untergehen. Die Pforten der Hölle werden die Kirche nicht überwältigen können. Das ist uns verheißen und das ist unser Trost.
Darum, liebe Jungscharkinder, laßt euch ergreifen und mitreißen vom Fest. Jesus soll euer König sein. Er soll in eurem Herzen herrschen auf immer und ewig. Ihm wollen wir dienen und ewige Treue versprechen, denn er wird uns dann einmal in sein Königreich aufnehmen. Amen.

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